Kieler Antikensaal, 1996,    Kaltnadel-Zink, 70 x100 cm

In "AntikeKörperFormen" , "Laokoon" und "Von Athen nach Willendorf" analysiert und "seziert" der Künstler exemplarisch herausragende Plastiken der griechischen Kunst, u.a. den Speerträger des Polyklet, die Kauernde Aphrodite des Doidalsas, die Venus von Milo und den Laokoon.

Je nach eingesetzter Technik werden die plastischen Elemente oder der Fluß der Bewegung hervorgehoben. Anstelle eines akademischen Kopierens tragen Volumen, Kontur oder Dynamik Gestalt und Aussage. In der Kaltnadel auf Zink hat der Künstler sein ureigenstes Metier gefunden: jähe, kurze Stichelhiebe, ein feinnerviges Strichwerk aus zarten und heftigen Linien kennzeichnen die Graphiken. Die Arbeiten zum "Laokoon" steigern die analytische Zerlegung der antiken Formen und lösen teilweise die Konturen auf. Markierende Linien verdeutlichen zugleich das komplizierte Beziehungsgeflecht der Komposition. Die Wahl des Linolschnitts bei der Venus von Milo erlaubt dagegen eine ruhige, fast klassizistische Linienführung.

In der bildkünstlerischen Umsetzung von Goethes Monodrama "Proserpina" und dem Gedicht "Kore. Nicht gedeutet!" geht der Künstler neue Wege: der komplexe Bildfindungsprozeß gipfelt in der ebenso differenzierten wie zeitlosen Metapher menschlicher Ausweglosigkeit. Seine Entsprechung findet der zentrale Goethe-Vers "Und was du suchst, liegt immer hinter dir" in einer geheimnisvollen, vom Buchstaben- und Textsinn abstrahierenden Bildwelt. In den Radierungen und großformatigen Aquarellen dominieren -in enger Anlehnung an Goethes Farbenlehre- die Farben rot und blau.

Bei der Bildfindung zu "Schönheit und Schmerz in der menschlichen Gestalt" geht es dem Künstler nicht um mimetischen Aussagen über die Wirklichkeit. Es geht vor allem um das Thema des Schmerzes in der Kunst und für die Kunst. Zur Antike - "Laokoon" und "Proserpina"- gesellen sich alt - und neutestamentarische Mythen wie "Judith" und "Magdalena", das "Grabtuch" als Selbstportrait oder Zeitgeschichtliches wie "Traurige Arbeiter" und der "Blick nach Jugoslawien".

Bei dem Projekt "Der Blick des Zeichners" für das Kestner-Museum standen dessen antike Plastiken im Mittelpunkt. "Mit Intensität und Ausdauer ließ der Künstler seinen Blick durch die Antikensammlung schweifen.Es werden die plastischen Elemente oder der Fluss der Bewegung hervorgehoben. Nicht das detailgetreue Kopieren steht im Mittelpunkt, sondern Volumen, Kontur und Dynamik führen zu Gestalt und Aussage.."( Anne Viola Siebert, Kat. Hannover 2003).

Anlässlich des Heinrich-Heine-Jahres entstand der Graphik-Zyklus "Die Unendlichkeit ist blau", eine spielerische Auseinandersetzung mit der deutschen Romantik.

Goethes frühes Gedicht "Neue Liebe Neues Leben" inspirierte den Künstler zu zahlreichen Kaltnadel-Radierungen. Dabei steht nicht die Illustration des Textes im Mittelpunkt, sondern die bildkünstlerische Anverwandlung des "Liebesleids", nicht nur des jungen Dichters.

Geschichtliches und zeitgenössisches verwebt Donald von Frankenberg in seinen großformatigen Aquarellen "Ein Heldenleben". Narrative und assoziative Elemente lassen sich nicht trennen und spielen mit der Einbildungskraft des Betrachters.

Im Rückgriff auf die Gestaltung antiker griechischer Keramik wird 2012 mit "kleines Welttheater" die aktuelle Situation in Griechenland ironisch reflektiert.

"Halb zog sie ihn, halb sank er hin" - Goethes Gedicht "Der Fischer" inspirierte den Künstler 2011 zu einem vielteiligen Graphik- und Aquarell- Zyklus.

Goethes Gedicht "Warum gabst du uns die tiefen Blicke" stand 2013, der "West-östliche Divan" 2015 und die "Römischen Elegien" 2017 im Mittelpunkt des bildkünstlerischen Schaffens.

Literatur:
Harpso, Henrik: Antikke Krops-former, in: information & debat, Aarhus Universitet, 12.4.1999;
Stemmer, Klaus: Antike Körper Formen, Graphische Arbeiten von Donald von Frankenberg, in: Antike Welt 5/2000, S.503;
Hollmer, Heide: Schönheit und Schmerz in der menschlichen Gestalt, Kat. Kiel/ Ingolstadt 2002;
Schröder, Gerald: Schönheit und Schmerz in der menschlichen Gestalt, Bochum 2003
Müller, Hans-Peter: Schmerz und Leid, Kat. Leipzig 2008

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